20.01.2014 - Aktuelles aus den Centren

V. Berliner Dialog in der Botschaft von Oman

Foto V. Berliner Dialog

von links: Prof. Dr. A. Eggert, H.E.Ambassador Ba Omar, Prof. Dr. J. Sehouli

Am 31. Oktober 2013 fand der von Professor Jalid Sehouli, Direktor der Klinik fürGynäkologie/ Charité/ Campus Virchow-Klinikum, V. Berliner Dialog in Kooperation mit demSultanat von Oman statt.

Der Berliner Dialog ist als eine gemeinsame Initiative zu verstehen, die verschiedene Völkerund Gastländer in Berlin näherbringen soll. Diese Einladung erfolgte mit großerUnterstützung des Sultanats von Oman, S.E. Botschafter Herr Khalid S. Ba Omar.

Nach Einführung und Eröffnung durch den Botschafter stellte ein kurzer Film das Land unddie Schönheit von Oman mit seinen drei Schwerpunkten dar: Kultur, Wirtschaft und das„politische Gesicht“ Omans. Ein sehr schöner und umfassender Film mit dem passendenTitel: „Beauty has an address“.

Herr Prof. Dr. Dr. Fred Scholz entführte die Zuhörer anschließend mit seinem umfangreichenWissen in das historische und moderne Oman. Er fragte „Kennen Sie Oman?“ und stelltesehr gelungen die belegbare Geschichte Omans bis ins 9. Jh. vor, die Entwicklung desislamischen/sunnitischen Glaubens und die reiche Geschichte des Landes. Vor allem dieBesonderheiten, die das Sultanat Oman noch heute mit Deutschland verbindet. So schlossz.B. Oman Mitte des 19. Jh. einen Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag mit denHansestädten Bremen, Hamburg und Lübeck ab. Und in diese Zeit fällt - lt. Herrn Prof.Scholz - das Ereignis, durch das sich auf recht romantische Weise Deutschland und Omannäher kamen. Eine omanische Prinzessin verliebte sich in Sanzibar in einen HamburgerHandelsmann. Sie flohen in die deutsche Hansestadt, begründeten die erste deutschomanischeFamilie, die bis heute existiert. Später hielten sich wiederholt omanische Prinzenin deutschen Internaten und Forschungsstätten auf, und selbst der heutige Herrscher, SultanQaboos bin Said Al Said, sammelte während seiner britischen Militärausbildung, die ihn alsMitglied der Rheinarmee nach Minden/Westfahlen führte, vielfältige und prägendeErfahrungen in Deutschland. Dazu gehört seine besondere Begeisterung für die klassischeMusik sowie sein Interesse an einigen deutschen „Besonderheiten“ wie das Verkehrswesen,die Automobile, der TÜV, der Straßen- und Hafenausbau u.a.m.

Im Jahr 1970 übernahm der heutige Sultan die Regierung und begann sein Land zumodernisieren. Er besann sich auf die „deutschen Besonderheiten“ und beteiligte zahlreichedeutsche Unternehmen am Landesauf- und Landesausbau sowie viele Wissenschaftler ander Erforschung seines Landes und der Einrichtung der Universitäten. Auch ließ er einPhilharmonisches Orchester in Berlin gründen und ein Opernhaus in modernster (deutscher)Innenausstattung errichten (Eröffnung 2011).

Heute gilt Oman nach Einschätzung von Herrn Prof. Scholz als das wohl interessanteste,weil eigenständigste und individuellste Land der Golf-Region. Es zeichnet sich aus durcheine behutsame und gelungene Entwicklung in seiner Infrastruktur, durch Bewahrung seinerreichen Tradition und durch eine friedfertige und gastfreundliche Bevölkerung.

Nach diesem sehr anschaulichen Blick auf Oman übernahm Frau Prof. Eggert, Direktorin derKlinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie der Charité, denwissenschaftlichen Part des Abends. Mit ihrem sensiblen Thema „Behandlungskonzepte fürkrebskranke Kinder im internationalen Vergleich“ regte sie viele Zuhörer zu interessierten Fragen und zu einer lebhaften Diskussion an. Die Heilungsraten für Krebs im Kindesalterliegen in den westlichen Industrienationen mittlerweile bei ca. 80%. Zu diesem Erfolg hatsicherlich auch die kinderonkologische Tradition beigetragen, neue Behandlungskonzeptestets konsequent mit strikten Qualitätskontrollen und in internationaler Zusammenarbeit zuprüfen. Dennoch hat weltweit die Mehrzahl aller Kinder mit einer Krebserkrankung vor allemin Entwicklungsländern bislang keinen Zugang zu einer Therapie. Um möglichst allenkrebskranken Kindern auf der Welt eine gute Behandlungsmöglichkeit zu eröffnen, vermitteltdie internationale kinderonkologische Gesellschaft (SIOP) Klinikpartnerschaften in einemsogenannten „Twinning Program“. Auch die Charité hat Interesse an neuen internationalenPartnerschaften, um gemeinsam mit Kinderkliniken in anderen Ländern die dortigenBehandlungsmöglichkeiten zu verbessern.

Im weiteren Verlauf des Abends stellte Frau Lubna Al Balushi ihren neuesten Gedichtbandvor: „The Beauty of the heart – Schönheit des Herzens“. Frau Al Balushi ist deutschsprachigeLyrikerin, geboren und aufgewachsen in Maska, der Hauptstadt Omans. Sie überzeugte andiesem Abend mit ihren anmutigen Gedichten und gewährte den Anwesenden Einblicke inihre Welt und ihre Seele. Und - ihre Gedichte öffneten ein Fenster auf das Gemeinsame, das die Menschen bei allen äußerlichen und kulturellen Unterschieden verbindet.Nach diesem wunderbaren Exkurs durch die Geschichte und Tourismus des Sultanats von Osman sowie seine lyrischen Töne rundete der Frauenarzt und Krebsspezialist Herr Prof.Dr.J. Sehouli mit seinem Beitrag zum Thema “Auswirkungen des Lebensstils aufKrebserkrankungen“ die interkulturelle und interdisziplinäre Reise von Oman nach Berlin ab.Sehr eindrucksvoll schilderte er verschiedene Aspekte der Ernährung, Bewegung,Stressfaktoren und den schädlichen Auswirkungen von Nikotin und Alkohol bei der Vorsorgevon Krebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Der V.Berliner Dialog war ein großer Erfolg. Mit interessanten Gesprächen bei Köstlichkeitenaus dem Oman fand der Abend mit einem großen Dank an den BotschafterOmans seinen Ausklang.

Links:

frauenklinik-cvk.charite.de

Kontakt:

Prof. Dr. med. Jalid Sehouli

Prof. Dr. med. Jalid Sehouli

Direktor der Klinik Standorte CVK (Wedding) und CBF (Steglitz)

CharitéUniversitätsmedizin Berlin

CharitéCentrum Frauen-, Kinder- & Jugendmedizin mit Perinatalzentrum & Humangenetik CC 17

t: +49 30 450 564 002

f: +49 30 450 564 900

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