03.04.2014 - Aktuelles aus den Centren

VI. Berliner Dialog in der Botschaft von Marokko

Berliner Dialog VI_1

Am 12. März 2014 fand der von Professor Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie/ Charité/ Campus Virchow-Klinikum, VI. Berliner Dialog in enger Kooperation mit der Botschaft von Marokko statt.

Der Berliner Dialog ist als eine gemeinsame Initiative zu verstehen, die verschiedene Völker und Gastländer in Berlin zusammenbringt. Diese Einladung erfolgte mit großer Unterstützung Seiner Exzellenz, Botschafter von Marokko, Herrn Zniber.

Nach der Begrüßungsansprache durch den Botschafter stellte der Senioren Experten Service (SES), vertreten durch Herrn Engelhardt und Herrn Frotscher, die Arbeit des weltweit agierenden Netzes vor. Der Senior Experten Service (SES) hat bundesweit 11.000 Fachleute im Ruhestand mit Erfahrung in mehr als 30 Fachgebieten, u.a. im wissenschaftlichen, medizinischen, kaufmännischen und technischem Bereich. Seit 1983 haben diese Senior-Expertinnen und -Experten weltweit mehr als 29.000 Einsätze ehrenamtlich durchgeführt. Eine Bildpräsentation am Beispiel eines praktischen Einsatzes in Uganda portraitierte die Arbeit des SES.

Herr Prof. Bauknecht, ehemaliger Ordinarius der Frauenklinik der Univ. Bonn,  SES-Experte, berichtete anschließend über seine Arbeit in einem Krankenhaus auf dem Lande (Rushere) in Unganda. Das Krankenhaus fungiert als Bezugskrankenhaus für 17 weitere regionale Gesundheitszentren und hat eine Kooperation mit dem Mbarara Univ.-Klinikum. Herr Prof. Bauknecht berichtete, dass die Patienten ambulant versorgt werden, hauptsächlich wegen schwerer Infektionen (HIV, Malaria, Tuberkulose), Schwangerschafts-Vorsorge und notdürftig zur Krebserkennung. Frauen mit Schwangerschaften am Endtermin wünschen dringend die stationäre Aufnahme, da die Transportmöglichkeiten extrem limitiert sind und insbesondere privat kaum finanziert werden können. Das Krankenhaus ist christlich geprägt und funktioniert als Non-Profit-Einrichtung, getragen durch öffentliche Gelder und private Spenden. Probleme sind hauptsächlich Schwangerschafts-Komplikationen am Endtermin.

Im Rahmen seines SES-Einsatzes war Herr Prof. Bauknecht vorwiegend geburtshilflich tätig. Er betreute zusammen mit dem ärztlichen und Pflege-Personal eine Sprechstunde als Lehrveranstaltung und gab täglich Referate zu geburtshilflichen und gynäkologischen Fragestellungen. Zusätzlich arbeitete er an einem Konzept, wie das Krankenhaus mit modernen Geräten  ausgestattet werden könnte und bot Lehrveranstaltungen an zu den Schwerpunkten Prävention in der Geburtshilfe, Gynäkologie und gynäkologischer Onkologie. Des Weiteren initiiert Herr Prof. Bauknecht eine Kooperation zwischen den Universitätsklinika Mbarara und Deutschland.

Herr Prof. Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin, Stiftungsprofessur f. klinische Naturheilkunde, Institut für Sozialmedizin an der Berliner Charité, referierte über die „Orientalische und Traditionelle Medizin in einer globalisierten Welt“. In den großen Kulturen der Welt finden sich nach seiner Erkenntnis übereinstimmend traditionelle und ganzheitliche medizinische Lehren und Heilkunden, die über viele Jahrhunderte bis zum Aufstieg der technischen modernen Medizin, die Basis der medizinischen Versorgung der Bevölkerung bilden. Die wesentlichen traditionellen Heilsysteme sind die traditionelle chinesische Medizin, die griechisch-ionische Medizin, die indische Ayurveda und die arabisch-orientalische Medizin. Diese Systeme zeigen teilweise überraschende Übereinstimmungen in ihrer Krankheitslehre und den angewandten Behandlungs-methoden. In den letzten Jahren zeigten internationale Forschungsarbeiten, dass viele der traditionellen Therapien - auch bei der Überprüfung nach modernen klinischen Studienstandards - eine überzeugende Wirksamkeit insbesondere in der Behandlung von chronischen Krankheiten aufweisen. Nach Auskunft von Herrn Prof. Michalsen finden sich in der arabisch-orientalische Medizin besonders deutliche Wirksamkeits- nachweise. Beispiele sind die Anwendung von Blutegeln in der Arthrosebehandlung, das Schröpfen bei Schmerzsyndromen und die Fastentherapie sowie zahlreiche Heilkräuter und Nahrungsmittel. Lt. Herrn Michalsen „wird eine erfolgreiche und zahlreiche Medizin in der globalisierten Welt die Kombination aus Tradition, moderner Technik und Pharmakologie im Sinne einer integrativen Medizin anstreben“.

Mit seinem spannenden Beitrag „Kommunikation mit und über Patientinnen“, unterlegt mit Dias, beendete Herr Prof. Sehouli die interkulturelle Reise des VI. Berliner Dialogs.

Bei interessanten Gesprächen und marokkanischen Köstlichkeiten fand der Abend mit einem großen Dank an den Botschafter Marokkos sowie an die Referenten seinen Ausklang.

Der nächste Berliner Dialog ist für Juli 2014 zusammen mit der Türkischen Botschaft geplant. 

Kontakt:

Prof. Dr. med. Jalid Sehouli

Prof. Dr. med. Jalid Sehouli

Direktor der Klinik Standorte CVK (Wedding) und CBF (Steglitz)

CharitéUniversitätsmedizin Berlin

CharitéCentrum Frauen-, Kinder- & Jugendmedizin mit Perinatalzentrum & Humangenetik CC 17

t: +49 30 450 564 002

f: +49 30 450 564 900

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