Informationen für Patientinnen mit Brustkrebs

Brustkrebs ist eine häufige Erkrankung, deren Behandlung im Laufe der Jahre große Entwicklungen durchlaufen hat.

Um ein optimales Ergebnis in der Versorgung und Behandlung der Patientinnen zu erreichen, sollte die Therapie in einem interdisziplinären Zentrum durchgeführt werden. Das bedeutet, dass Experten der verschiedenen behandelnden Fachgruppen in enger Kooperation zusammenarbeiten. Dabei ist die Qualität der Behandlung wichtigstes Ziel, Innovation und die Integration der neuesten klinischen Studien sowie der Grundlagenforschung bieten eine stets aktuelle Medizin. Auch im Brustzentrum der Charité wird nach diesem Konzept gearbeitet. Mit den zertifizierten Standorten bietet die Charité einen umnfassenden Zugang für die von der Krankheit betroffenen Frauen und Männer.

Das Brustzentrum bietet Ihnen als Patientin / Patient die präoperative Diagnostik, Durchführung der operativen Therapie und postoperative Weiterbehandlung im interdisziplinären Konsens aller Fachdisziplinen. Am Standort Campus Virchow ist täglich die Anmeldung zur Diagnostik und Therapie über unsere Poliklinik möglich. Sie erreichen uns in der Poliklinik montags bis freitags von 08:00 bis 15:00 Uhr unter der Telefonnummer +49 30 450 664 124. Des Weiteren steht Ihnen rund um die Uhr unsere Patientinnen-Hotline für einen ersten Kontakt zur Verfügung unter der Telefonnummer +49 30 450 664 666.

Ein Knoten in der Brust, was geschieht jetzt ?

Wenn Sie oder Ihr Frauenarzt einen auffälligen Befund der Brust getastet haben, oder in der Mammographie ein auffälliger Bereich zu sehen ist, sollte eine weiter Abklärung erfolgen. Um festzustellen ob eine bösartige Erkrankung oder eine Vorstufe davon vorliegt, ist eine feingewebliche Untersuchung notwendig.

Gewebeentnahme

  • Stanzbiopsie:
    in örtlicher Betäubung oder in seltenen Fällen auch in Allgemeinnarkose entnimmt der Arzt nach einem kleinen Hautschnitt mit einem Stanzgerät einen Gewebezylinder, elcher dann untersucht wird.
  • Entnahme einer Gewebeprobe:
    in örtlicher Betäubung oder in Allgemeinnarkose wird nach einem kleinen Hautschnitt eine Gewebeprobe entnommen und dann feingeweblich untersucht.

Zeigt sich in der feingeweblichen Untersuchung eine Vorstufe von Brustkrebs oder Brutkrebs, muss meistens operiert werden. Die auswahl des OP-Verfahrens hängt von der Größe und Lage des tumors und der betroffenen Brut ab. Welches Verfahen für Sie in Frage kommt, werden wir vor der Operation ausführlich besprechen.

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Operation

  • Brusterhaltende Operation:
    In vielen Fällen ist es auch bei bösartigen Befunden möglich brusterhaltend zu operieren. Hierbei wird der Tumor mit einem gewissen Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe entnommen. Noch während der Operation wird das entnommene Gewebe untersucht, um den Sicherheitsabstand zu üerprüfen. Trotzdem ist es manchmal notwendig, nach Erhalt des endgültigen feingeweblichen Befundes eine zweite Operation durchzuführen, um einen ausreichenden sicherheitsabstand zu gewinnen. Bei der Methode der brusterhaltenden Therapie ist es möglich, den Hauptteil der Brust zu erhalten, falls notwendig, wird nach der Tumorentfernung die Form der Brust durch Nähte des Drüsengewebes wiederhergestellt.
  • Entfernung der erkrankten Brust:
    Wenn aufgrund der Größe oder Art des Tumors, Anzahl der Knoten, Befall der Haut oder vorliegenden entzündlichen Komponenten oder auf Ihren Wunsch eine Brusterhaltung nicht möglich ist, muss die Entscheidung zur Entfernung der Brust getroffen werden. Dabei wird im Allgemeinen das gesamte Brustdrüsengewebe mit der uskelhaut des großen Brustmuskels entfernt. Eine Entfernung des kleinen oder großen Brustmuskels wird nur noch in seltenen Fällen, wenn sich ein Tumorwachstum in den Muskeln zeigt, vorgenommen.
  • Subkutane Mastektomie:
    In Einzelfällen, vor allem wenn Vorstufen bösartiger Erkrankungen vorliegen, kann die Entfernung des gesamten Brustdrüsenkörpers unter der Haut ausreichend sein. Die Haut der Brust und die Brustwarze kann dann erhalten werden.

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Zusätzliche Maßnahmen

  • Entfernung der Achsellymphknoten:
    Um alle möglicherweise bösartigen Gewebe zu entfernen und eine Ausbreitung der Erkrankung soweit wie möglich auszuschließen, werden, wenn notwendig, die Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt.
  • Wächterlymphknoten:
    Wenn sich in den Untersuchungen vor der Operation keine auffälligen Lymphknoten gezeigt haben, kann in diesen Fällen meist zunächst der sogenannte Wächterlymphknoten entfernt und untersucht werden. Dazu wird nach radioaktiver Markierung oder seltener auch nach einer Blaufärbung der dem Tumor am nächsten liegende Lymphknoten entfernt. Nur wenn dieser Lymphknoten befallen ist, werden die anderen Lymphknoten der Achsel entfernt.

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Postoperative Therapie

Je nach Operationsverfahren und Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung ist im Anschluß an die Operation eine weitere Behandlung notwendig.

  • Strahentherapie:
    Wenn brusterhaltend operiert worden ist, muss in jedem Fall eine Bestrahlung des verbleibenden Brustgewebes durchgeführt werden.
    Wenn nach Entfernung der Lymphknoten in der Achselhöhle viele dieser Lymphknoten befallen sind, kann es außerdem notwendig sein, auch in diesem Bereich eine Bestrahlung durchzuführen.
  • Chemotherapie:
    Die Durchführung einer Chemotherapie ist von mehreren Faktoren abhängig. Hierbei sind die Tumorgröße und die Art der Tumorzellen von Bedeutung sowie die Anzahl der befallenen Lymphknoten.
  • Antihormonelle Therapie:
    In der feingeweblichen Untersuchung wird das Tumorgewebe auch auf Rezeptoren untersucht.
    Häufig haben Brustkrebszellen Rezeptoren für die weiblichen Hormone, das heißt, durch diese Hormone werden die Krebszellen zum Wachstum und zur Vermehrung angeregt. Inzwischen haben wir mehrere Medikamente, die diese Wirkung der Hormone an den Krebszellen verhindern können, also eine antihormonelle Wirkung haben. finden sich in der feingeweblichen Untersuchung Hormonrezeptoren bei den Tumorzellen, wird empfohlen, die Therapie mit diesen Medikamenten für fünf Jahre nach der Diagnose und Operation durchzuführen.
  • Antikörper:
    Neben den Hormonrezeptoren gibt es einen weiteren Rezeptor, der seltener von den Tumorzellen gebildet wird. Sollte der Tumor diesen sogenannten HER-2-neu-Rezeptor aufweisen, kann man eine Antikörpertherapie durchführen. diese 'Therapie wird meistens über ein Jahr durchgeführt.

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Wiederaufbau nach Brustentfernung

Wenn eine Abnahme der Brust erfolgen musste, ist nach Erhalt der endgültigen feingeweblichen Untersuchung im Prinzip direkt im Anschluß der Wiederaufbau der Brust möglich. Sollte sich die Patientin noch unschlüssig sein, ob ein solcher Eingriff für sie in Frage kommt, ist ein Wiederaufbau auch jederzeit später möglich. Prinzipiell gibt es je nach Brustgröße und wunsch der Patientin drei Operationsoptionen zum Wiederaufbau:

Eigenes Gewebe:
Hierbei wird aus eigenem Muskel-, Fett- und Hautgewebe aus dem Bauchmuskel oder der Rückenmuskulatur eine neue Brust modelliert.

Prothesen:
Prothesen gibt es in vielen verschiedenen Größen und Formen und können vor allem dann gut verwendet werden, wenn viel Hautgewebe erhalten bleiben konnte. Es können Prothesen verwendet werden, die vollständig aus Silikon bestehen, in anderen Fällen werden Expander eingesetzt, die zum Teil aus Silikon bestehen und erst unter schrittweiser Dehnung des Gewebes zu ihrer endgültigen Größe aufgefüllt werden.

Kombination von Prothesen und eigenem Gewebe:
Die beiden Verfahren der Rekonstruktion können auch miteinander kombiniert werden.

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Nachsorge

Wichtiger Bestandteil der Arbeit eines Brustzentrums ist nach der abgeschlossenen Behandlung die weitere Betreuung im Rahmen der Nachsorge. Hier werden über die ersten fünf Jahre nach der Erkrankung regelmäßige Untersuchungen durchgeführt um ein leider in manchen Fällen vorkommendes Wiederauftreten der Erkrankung rechtzeitig zu erkennen. Regelmäßige mammographien zunächst im halbjährlichen, später im jährlichen Abstand sowie die Tastuntersuchung gehören zu den wichtigen Bestandteilen der Brustkrebsnachsorge und werden im Rahmen unserer wöchentlichen Mammasprechstunde durchgeführt.

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Info-Broschüre der Klinik

Hier sehen Sie online die Info-Broschüre der Klinik für Gynäkologie, die Sie auch als PDF downloaden können

Patientinnen-Hotline

24-Stunden-Hotline für Ärzte und Patientinnen t:+49 30 450 664 600 (hier keine Auskünfte über Patientinnen, Befunde oder Zweitmeinungen möglich)

Kontakt

Gynäkologische Poliklinik

Charité – Universitätsmedizin Berlin

CVK: Campus Virchow-Klinikum

CharitéCentrum Frauen-, Kinder- & Jugendmedizin mit Perinatalzentrum & Humangenetik CC 17

Klinik für Gynäkologie m.S. Offene Tumorchirurgie

Postadresse:

Augustenburger Platz 1

13353 Berlin

Campus- bzw. interne Geländeadresse:

Mittelallee 9

t: +49 30 450 664 124

f: +49 30 450564 902

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Mo-Do 08:00 - 15:00 Uhr

Fr 08:00 - 14:00 Uhr

Medienberichte

Hier finden Sie Medienberichte aus/über unsere Klinik zu allgemeinen und gynäkologischen Themen.