Therapiemöglichkeiten bei Gebärmuttermyomen

Was sind Uterusmyome ?

Myome sind gutartige Geschwülste, die innerhalb des Muskelgewebes der Gebärmutter entstehen. Wahrscheinlich haben mindestens 50% aller Frauen zwischen 30 und 50 Jahren Myome. die meisten Frauen spüren die Myome nicht und können ohne Probleme damit leben, andere haben Beschwerden, die einer Behndlung bedürfen.

Myome können wenige mm groß sein, sie können aber auch bis zur größe einer Honigmelone wachsen, so dass die Gebärmutter dann einen Umfang wie im fünften oder sechsten Schwangerschaftsmonat hat.

Myome können sich an drei verschiedenen Stellen der Gebärmutter bilden:

  • Subseröse Myome:
    Diese Myome entwickeln sich außen auf der Gebärmutter und dehnen sich auch hauptsächlich in den Bauchraum hinein aus. Sie beeinflussen die Regelblutung nicht, können aber wegen ihrer Größe und des Druckes, den sie ausüben, unangenehm sein.
  • Intramurale Myome:
    Die am häufigsten auftretende Myomform. Diese Myome entwickeln sich innerhalb der Gebärmutterwand und vergrößern die Gebärmutter. Sie können zu starken Regelblutungen führen.
  • Submucöse Myome:
    Diese Myome entwickeln sich direkt unterhalb der Gebärmutterschleimhaut, die die Gebärmutterhöhle auskleidet, und wachsen in die Gebärmutterhöhle vor. Diese Myome tragen am meisten zu verstärkten und auch schmerzhaften Regelblutungen bei und können zu Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten fühen.

Welche Symptome treten bei Myomen am häufigsten auf ?

  • sehr starke und lang andauernde Monatsblutungen, manchmal verbunden mit dem Abgang von Blutklümpchen (Koagel). folge: Blutarmut (Anämie)
  • Schmerzen und Druckgefühl im Becken
  • schmerzhafte Regelblutung
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Druck auf der Blase, der zu ständigem Harndrang führt
  • vergrößerter Bauchumfang, was den Eindruck einer Gewichtszunahme vortäuschen kann

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Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen Ihnen zur Verfügung ?

Nachdem eine Frauenärztin / ein Frauenarzt ein oder mehrere Myome durch eine Testuntersuchung und eine nachfolgende Ultraschalluntersuchung festgestellt hat, gibt es - behandlungsbedürftige Beschwerden vorausgesetzt - prinzipiell folgende Behandlungsmöglichkeiten:

Behandlungsverfahren Wie läuft die Behandlung ab ? Vorteile Nachteile
Hysterektomie Chirurgische Entfernung der Gebärmutter ohne Eierstöcke über eine Bauchspiegelung, die Scheide oder mittels Bauchschnitt. Dies bedeutet ca. 3-7 Tage Klinikaufenthalt mit anschließender Erholgungsphase. Myome können nie wieder auftreten weil die Gebärmutter entfernt wird. Sie können keine Kinder mehr bekommen. Der Erholungszeitraum liegt zwischen 2 und 4 Wochen. Es können operationsbedingte Komplikationen auftreten.
Abdominale Myomektomie Entfernung der Myome durch einen operativen Eingriff über einen Bauchschnitt. Die gesamte Gebärmutter bleibt erhalten und somit die Möglichkeit, schwanger zu werden. Die mit Myomen einhergehenden Beschwerden können wieder auftreten, falls neue Myome entstehen. Der Erholungszeitraum liegt zwischen 2 und 3 Wochen. Es können operationsbedingte Komlikationen auftreten.
Laparoskopische oder hysteroskopische Myomektomie Entfernung eines oder mehrerer Myome mittels Bauch- oder Gebärmutterspiegelung (minimal-invasiv) Myome können über drei kleine Spezialinstrumente, die am Bauch eingeführt werden, oder durch den Gebärmutterhals und die Scheiden entfernt werden. Diese Methode ist nicht geeignet fü.r große oder tief sitzende Myome. Der Erholgungszeitraum liegt zwischen 1 und 3 Wochen. Es können operationsbedingte Komplikationen auftreten.
Hormontherapie Behandlung mit sogenannten GnRH-Analoga ("Anti-Östrogene") führt zur Schrumpfung von Myomen nicht-chirurgische Methode zur Behandlung von Myomen. Diese Behandlung sollte auf max. 6 Monate beschränkt werden, verursacht Wechseljahres-ähnliche Symptome. Nach Beendigung der Behandlung wachsen die Myome wieder, die Beschwerden treten wieder auf.
Hormontherapie Behandlung mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat führt zum Ausbleiben der Monatsblutung, z.T. auch zur Myomschrumpfung nicht-chirurgische Methode zur Behandlung von Myomen Diese Behandlung kann zweimal drei Monate erfolgen, hat einige moderate Nebenwirkungen. Wenn eine Myomschrumpfung eintritt, bleibt diese noch einige Monate nach Therapieende bestehen
Kontrolliertes Abwarten keine Behandlung, nur Beobachtung, zumeist langsame Zunahme der Myomgröße; eine Myombehandlung ist nur bei Beschwerden, Anämie oder sehr großen Myomen notwendig. fast immer verschwinden die myombedingten Symptome mit dem Ende der Wechseljahre. Myome können weiter wachsen, wobei sich auch die Symptome verstärken. Haben Myome eine gewisse Größe überschritten, ist die Behandlung mit minimal invasiven Techniken nicht mehr möglich.
Embolisation von Gebärmutterarterien Mittels Katheter werden Plastikpartikelchen in die Gebärmutterärterie injiziert. Dadurch wird die Blutzufuhr zu den Myomen blockiert und sie schrumpfen. sehr wenig invasiv / nicht operativ. keine Vollnarkose; nur 2-3 Tage Klinikaufenthalt nötig. die Gebärmutter bleibt erhalten. Seltene Risiken sind: riechender ausfluß, schwere Entzündung, Embolisation anderer Gebärmutteranteile, früher Eintritt der Menopause. In den ersten Tagen nach der Embolisation treten u.U. behandlungsbedürftige Schmerzen auf.
MR-gesteuerte Therapie mit fokussiertem Ultraschall Nicht invasive ambulante Behandlung zur Verkleinerung der Myome mittels durch Ultraschall hervorgerufener Wärme. Erfordert keinen Krankenhausaufenthalt und keine Vollnarkose, schnelle Rückkehr in den Alltag. Die Gebärmutter bleibt erhalten. Noch keine langen Erfahrungen mit der Methode. Es kann Myomgewebe unbehandelt bleiben oder es können an anderer Stelle neue Myome entstehen.

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